Algo Trading Zurücklehnen

Zurücklehnen und einen Roboter Traden lassen? Wie Algo Trading funktioniert und was es kann!

Algo Trading steht für algorithmisches Trading und meint nicht mehr als den automatisierten Handel von Währungen, Indizes, Rohstoffen oder Aktien. Vor allem Profi-Investoren nutzen Algo Trading als Depotbeimischung. Dabei beobachtet eine Software einen bestimmten Markt, identifiziert selbständig Ein- und Ausstiegspunkte und handelt danach. Da Computer viel schneller agieren können als Menschen, reichen selbst kleine Marktbewegungen aus, um erfolgreich Algo Trading zu betreiben. Während erfolgreiche menschliche Trader beständig Jahresrenditen von einhundert Prozent und mehr erzielen können, stapeln nachhaltig konzipierte Trading-Roboter bewusst tiefer und legen mehr Wert auf eine stetige Kursentwicklung.

Welche Renditen sind beim Trading realistisch?

 

Die weltbesten Trader erzielen beim Trading mit Futures oder am Forex-Markt Renditen von mehr als einhundert Prozent. Das klingt unseriös? Stimmt! Weil wir es gewohnt sind, bei Renditen von mehr als fünf Prozent jährlich skeptisch zu werden. Diese Skepsis ist auch angebracht. Zu viele Scharlatane werben mit hohen Renditen und wollen an Ihr Geld. Doch was, wenn uns diese Vorsicht Chancen verbaut? Seit einigen Jahren werden Trading-Weltmeisterschaften abgehalten. Artur Teregulov, der Sieger des Jahres 2018, erzielte am Forex-Markt eine Rendite von 200%. Petra Ilona Zacek, die Siegerin am Futures-Markt, erreichte satte 257,9%. Wohlgemerkt in einem Jahr. Ergebnisse und aktuelle Zwischenstände der Weltmeisterschaft sind jederzeit einsehbar.

Was lehrt uns der Erfolg der Profi-Trader?

 

Wir müssen unsere Perspektive ändern. Wenn wir die Leistungen der absoluten Weltspitze einmal außen vor lassen, sind zweistellige Renditen im Jahr mit Trading möglich. Das ist eine Tatsache und vielfach bewiesen. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass diese Leistung jeder auch einfach so erbringen kann. Auswertungen von Online-Brokern zeigen, dass rund achtzig Prozent der privaten Trader mit Trading kein Geld verdienen. Viele sind dem psychischen Druck nicht gewachsen und machen Fehler. Was ist also die Konsequenz? Algo Trading und automatische Handelssysteme können eine Alternative sein.

Automatische Handelssysteme: Wieso soll das etwas für mich sein?

 

Es klingt zunächst einmal neu, einen Teil seiner Ersparnisse einem automatischen Handelssystem anzuvertrauen. Doch in der Praxis ist es wie beim Autofahren: Vergleicht man die Sicherheit autonom fahrender Autos mit der beim menschlichen Fahren, liegt der Roboter statistisch gesehen vorne. Vor allem die Fähigkeit moderner Handelssysteme, innerhalb von Millisekunden Entscheidungen zu treffen, kann sich auszahlen. Wie genau? Auf diese Weise kann am Tag leicht eine zwei- oder gar dreistellige Anzahl Trades abgewickelt werden. Dabei fallen kleine Gewinne, aber auch kleine Verluste an. Begrenzt man Verluste und lässt Gewinne laufen, entsteht unterm Strich eine Rendite. Alles hängt davon ab, wie die Strategie programmiert ist. Der Roboter setzt diese eins zu eins um – ohne Nervosität oder Gier. Ein weiterer Pluspunkt für die Maschine.

Wie unterscheiden sich Algo Trading und diskretionäres Trading?

 

Befragt man die wirklich erfolgreichen Trader, berichten diese in lockerer Atmosphäre auch von ihren größten Verlusten. Wer in einem Jahr einhundert Prozent und mehr Rendite erwirtschaftet hat, bekommt auch mal eine Durststrecke. Dabei fahren die Depots nicht selten Achterbahn. Hier wird der Unterschied zwischen diskretionärem, also menschlichem und Algo Trading am besten deutlich. Menschen sind keine Maschinen, die eine Strategie immer exakt gleich umsetzen. Entscheidungen fallen mal so und mal so. Manchmal auch aus dem Bauch heraus. Das kann sich positiv auswirken -und einen Trader zum Weltmeister machen. Es kann aber auch zu Verlusten führen. Ein automatisches Handelssystem hat kein Gefühl für den Markt. Es handelt immer gleich. Deswegen steigt die Chance, dass Übertreibungen fehlen – nach oben, aber auch nach unten. Genau das macht Trading Roboter für Anleger so interessant.

Ist automatisches Trading wirklich so einfach?

 

Natürlich nicht! Zwar lässt sich ein Handelssystem in der Theorie leicht konzipieren. Selbst bei Berechnungen aufgrund von historischen Kursdaten stehen viele Strategien für Algo Trading gut da. Doch in der Praxis gibt es Fallstricke. Erinnern Sie sich noch, dass kleine Positionen und kurze Haltedauern eines der Merkmale beim automatisierten Trading sind? Genau darin liegt auch ein Risiko. Ist ein Markt nicht liquide genug oder ist ein Handelssystem nicht an eine professionelle Bank angeschlossen, können bei jedem Kauf- und Verkauf Reibungsverluste entstehen.

Die Crux mit den Ausführungskursen

 

Um dieses Risiko zu verdeutlichen, ein kurzes Beispiel: Nehmen wir einmal an, ein Handelssystem generiert beim Kurs von 10 Euro ein Handelssignal und möchte eine Aktie kaufen. Am Markt ist aktuell aber nur ein Verkäufer verfügbar, der die Aktie zu 10,10 Euro zum Verkauf stellt. Im Vergleich zum Signal läge der tatsächliche Ausführungskurs dann um ein Prozent höher. Das mag auf den ersten Blick kaum etwas ausmachen, aber beim automatischen Trading kann so etwas schnell ins Gewicht fallen.

Auch beim Verkaufen gibt es Risiken: Nehmen wir an, eine automatische Handelsposition ist ins Minus gelaufen. Das Risikomanagement des Handelssystems rät dazu, die Aktie bei 10 Euro zu verkaufen. Nun ist aber keine Nachfrage nach der Aktie vorhanden und der nächste Käufer bietet lediglich 9,80 Euro. In dem Fall würde der Verkauf zwei Prozent weniger erlösen als gedacht. So schnell wird aus Rendite ein kleiner Verlust und aus einem in der Theorie guten Handelssystem ein schlechtes in der Praxis.

Warum Algo Trading trotzdem eine Überlegung wert ist

 

Automatisierte Handelssysteme können kontinuierlich und rund um die Uhr handeln und selbst kleine Marktschwankungen ausnutzen. In Zeiten, in denen das Kapital in Sekundenschnelle um die Erde schießt, müssen clevere Trading Roboter nur an der richtigen Stelle auf Rendite lauern. Wie die Erfahrung zeigt, ist der beste Markt für automatische Handelssysteme der Währungsmarkt, oder auch Forex genannt. Warum? Währungen werden rund um die Uhr gehandelt. Zugleich werden dort Unsummen bewegt. Anders als die Aktienmärkte ist der Forex mehrere Billionen schwer. Überträgt man das obige Beispiel auf Währungen, so gibt es dort kaum einen zeitlichen Unterschied zwischen Handelsidee und Ausführungskurs. Zur Orientierung: Bei Währungen sind inzwischen fünf Nachkommastellen üblich. Ein Dollar ist dann beispielsweise 1,24453 Euro wert. Auf diese Weise findet sich immer ein Käufer oder Verkäufer. Für Algo Trading mit Währungen sind das beste Voraussetzungen.

Bank für Internationlen Zahlungsausgleich. Forex wächst.

Die Bedeutung des Forex wächst. Das große Handelsvolumen begünstigt automatisierte Handelssysteme. (Grafik: BIS)

Worauf es bei einem Forex Roboter ankommt

 

Ein Forex Roboter sollte eine Trading-Strategie automatisieren. Zugleich sollte diese Trading Strategie aber so konzipiert sein, dass sie die Vorteile des automatischen Handels für sich nutzt. Wir erinnern uns: Der automatische Handel erlaubt es, in kürzester Zeit Positionen zu eröffnen und zu schließen. Während ein Mensch immer erst überlegen muss, wie es um sein Risiko steht, kann ein Computer diese Berechnung in Windeseile und fehlerlos tätigen. Eine Handelsstrategie sollte sich diese Vorteile zu Nutze machen und eher kurzfristig und eher kleinteilig handeln.

Welche Rolle spielt der Broker beim automatisierten Forex-Handel?

 

Je kurzfristiger und schneller ein Trading-System handelt, desto eher kommt es auch auf die Ausführungsqualität an. Das bedeutet, dass ein Online-Broker die technische Infrastruktur mitbringen muss, um automatisiertes Trading im großen Stil auch umsetzen zu können. Sonst kann auch ein gutes Handelssystem sein Potenzial nicht ausschöpfen. Weiterhin wichtig ist die Liquiditätsanbindung des jeweiligen Brokers. Während Anbieter zu ihren Kunden immer eine Gegenposition einnehmen, was zu Interessenkonflikten führen kann, leiten andere Broker Aufträge an Liquiditätsanbieter weiter. Diese ECN- oder auch STP-Broker genannten Anbieter sind besser für Handelssysteme geeignet.

Kann ich als Privatanleger in Algo Trading investieren?

 

Gerade für Neulinge ist es schwer, geeignete Angebote zu finden. Die Trading-Welt ist eine in sich geschlossene Community und schon allein die Fachsprache schreckt viele Interessenten ab. Bis vor einiger Zeit war es für Privatanleger nahezu unmöglich, professionelle Trading Roboter zu finden, die ihr Geld auch wert sind. Doch inzwischen kommt Bewegung in den Markt. Das liegt einerseits daran, dass immer mehr Broker erkannt haben, dass sich viele Privatanleger das Trading abnehmen lassen wollen. Das hat für eine verbesserte technische Infrastruktur bei vielen Anbietern gesorgt. Auch bieten inzwischen immer mehr Profi-Trader ihre privaten Lösungen interessierten Kunden an.

Worauf Privatanleger bei Trading Robotern achten sollten

 

Die Aussicht auf zweistellige Renditen ist verlockend. Doch Gier vernebelt die Sinne. Das weiß jeder Trader. Auch bei Trading Robotern gibt es einige unseriöse Angebote. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, sollten Privatanleger einige Dinge beachten.

  • Nicht von kurzfristigen Renditen blenden lassen. Erfolg an der Börse verläuft langsam und stetig. Ein gutes Handelssystem sollte über mindestens ein Jahr gleichmäßige Renditen ohne große Einbrüche liefern.
  • Geben Sie kein Geld aus der Hand. Seriöse Anbieter für Algo Trading verknüpfen ihren Handelsroboter mit Ihrem Konto bei einem Broker.
  • Setzen Sie auf einen guten Namen. Hinter Pseudonymen haben sich schon viele Harakiri-Trader versteckt. Wenn ein Anbieter mit Klarnamen für sein Handelssystem steht, ist das ein Qualitätsmerkmal.
  • Klares Gebührenmodell. Gute Leistung kostet Geld. Eine fixe Leistungsvergütung ist anders als Umsatzmodelle oder andere Beteiligungen transparent und vermeidet Interessenkonflikte.

Warum wir uns gegen Copy Trading und Social Trading aussprechen

 

Es gibt inzwischen verschiedene Plattformen für sogenanntes Copy Trading oder auch Social Trading. Dabei können Privatanleger vermeintlich erfolgreichen Tradern folgen und partizipieren an deren Strategie. Was gut klingt, hat gleich mehrere Haken. Viele Strategien bekommen dort nur Zuspruch, wenn sie in den Bestenlisten ganz weit oben sind. Das führt dazu, dass Trader den Anreiz haben, ein hohes Risiko einzugehen. Auch sorgen die Gebührenmodelle für falsche Anreize: Entweder, Gebühren werden nach Anzahl der Trades erhoben, was dazu verleitet, sehr aktiv zu handeln, oder erfolgsabhängige Gebühren fließen erst ab einer gewissen Performance. Dies kann dazu führen, dass Trader ein besonders hohes Risiko eingehen.

Warum wir automatische Handelssysteme bevorzugen

 

Ein Handelssystem kennt keine Emotionen und jagt auch nicht der erfolgsabhängigen Vergütung hinterher. Auch ist ein Trading Roboter, wie wir ihn verstehen, nicht an eine bestimmte Plattform gebunden. Beim Copy Trading ist das anders – mögliche Nachteile aufgrund einer nicht ausreichenden Broker-Qualität inklusive. Wir glauben, dass Algo Trading ein langfristiger Depotbaustein sein kann. Das liegt daran, dass ein Roboter eine Strategie konsequent umsetzt. Beim Social Trading sehen wir dagegen die Gefahr, dass der Trader dazu verleitet wird, seine Strategie wie ein Fähnchen im Wind an seinen Followern auszurichten.

Gibt es zu Algo Trading wirklich keine Alternative?

 

Die Frage ist provokant. Wir glauben, dass man auch ohne einen Trading Roboter langfristig erfolgreich Geld anlegen kann. Doch Algo Trading birgt viele Vorteile. Neben der Chance auf attraktive Renditen stehen der geringe Kapitaleinsatz und der Umstand, dass uns der Roboter die Arbeit abnimmt. Sobald wir einen guten Anbieter für Algo Trading gefunden haben, können wir uns zurücklehnen. Aus diesen Gründen spricht wenig dagegen, einen Handelsroboter einmal auszuprobieren. Idealerweise am Forexmarkt, der für solche Systeme ideale Bedingungen bietet.

Unser Fazit

 

Algo Trading ist bei den allermeisten Privatanlegern kein Thema. Doch die Aussicht auf attraktive Renditen im zweistelligen Bereich und der geringe Kapitaleinsatz sprechen dafür, es einfach einmal auszuprobieren. Im Gegensatz zu menschlichen Tradern sorgen automatisierte Handelssysteme für eine gleichmäßigere Rendite und einen steten Vermögenszuwachs. Damit eignet sich Algo Trading auch für den langfristigen Vermögensaufbau oder weiter entfernte Sparziele.